Bereits in der Antike wurde das Motiv der Frau im Wasser dargestellt. Die Venus, die aus dem Meer aufsteigt, war ein beliebtes Thema bei griechischen und römischen Künstlern. Im Mittelalter dagegen verschwand die badende Frau weitgehend aus der Kunst - religiöse Vorstellungen ließen kaum Raum für solche Darstellungen.
In den 1960er Jahren wurde auch die Pop Art auf diese Kombination aufmerksam. Roy Lichtensteins (1923 -1997) Drowning Girl (1963) zeigt eine weinende Comic-Heldin in den Wellen – dramatisch und
zugleich ironisch. David Hockney (*1937) machte in seinen Pool-Bildern das Wasser zum Spiegel für Licht, Emotion und das Unsichtbare. The Splash (1966) und A Bigger Splash (1967) zeigen dabei aufspritzendes Wasser, während die Figur bereits abgetaucht ist. Auch Andy Warhol (1928-1987) verwandelte Botticellis Venus in eine Pop-Ikone, indem er ihr Gesicht in knallige Farben tauchte und damit Kunstgeschichte mit
Celebrity-Kultur verband. Tom Wesselmann (1931-2004) dagegen nutzte Wasser, um Frauen als erotische
Werbebilder zu inszenieren - plakativ, bunt und konsumorientiert.
Trotz aller Wandlungen - Frauen im Wasser üben bis heute eine magische Anziehungskraft auf Künstler und Betrachter aus. Vielleicht weil Wasser als Ur-Element und die weibliche Figur als Lebensspenderin zusammen ein Sinnbild für Schöpfung, Wandel und Reinigung bilden. Die Kunstgeschichte zeigt: Von den antiken Göttermythen bis zur modernen Gesellschaft bleibt die Frau im Wasser ein Symbol, das uns immer wieder neue Facetten von Ästhetik und Bedeutung enthüllt.
Bei James Francis Gill (*1934) wird die Frau im Wasser zu einer Projektionsfläche für Sehnsucht und Glamour - ein Spiegelbild der Pop Art. Er behandelt das Thema im essenziellen Sinne der Pop Art, die Umsetzung geht jedoch weit darüber hinaus.
Das könnte Ihnen auch gefallen: