Maximilian Verhas
Natalie Zimmer beschreibt die Rollkörper von Maximilian Verhas als vielgestaltige Skulpturen aus matter oder hochglanzpolierter Bronze, die in verschiedenen Formen auftreten - von organisch bis architektonisch. Gemein ist ihnen, dass sie in Bewegung versetzt werden können, wodurch die Unterscheidung zwischen oben, unten, innen und außen aufgehoben wird. Der Betrachter verliert sich in den dynamischen Bögen, die von keltischen Ornamenten und der berühmten Küstenstraße um die irische Halbinsel Iveragh inspiriert sind. Verhas überlässt die Interpretation seiner Arbeiten gerne dem Betrachter, sieht aber in den "Rollkörpern" ein Sinnbild für die zyklischen Abläufe des Lebens.
Werke der Bildhauerei gelten oft als statisch und unveränderlich, doch Bewegung wird in der modernen Kunst neu interpretiert. Alexander Calder und kinetische Objekte zeigen, dass Veränderung möglich ist. Maximilian Verhas erweitert dieses Prinzip mit seinen "Rollkörpern", die keinen festen Zustand kennen. Ihr ästhetischer Wert liegt in der ständigen Veränderung, wodurch neue Aspekte sichtbar werden. Mit 29 Jahren erfand er seinen ersten "Rollkörper" und entwickelte seitdem vielfältige Variationen.
Sein Werk vereint kinetische Elemente mit geometrischen Konzepten und zeigt, dass Bewegung Realität wird. Verhas verfolgt sein Thema intuitiv und sucht nach einer Skulptur, die aus verschiedenen Blickwinkeln sichtbar wird. Die Idee, Skulptur als Kunst des Drehens und Wendens zu begreifen, hat historische Wurzeln, aber Verhas macht Bewegung zur Realität.
In seinen Arbeiten wird der Betrachter eingeladen, die Skulpturen aktiv zu erleben und zu erforschen. Diese Interaktivität hebt die Statik traditioneller Skulpturen auf und eröffnet neue Perspektiven. Verhas gehört zu den Künstlern, die mit Fantasie und systematischer Herangehensweise neue Wege gehen und dabei überflüssige Ideen vermeiden.
Vita:
1960 geboren in Essen
1981-1986 Studium der Malerei/Grafik und der figürlichen Bildhauerei, Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg
1986-1990 Studium an der HdK, Berlin
1987-1989 Studienaufenthalte u.a. am College of Art, Canterbury und in New York
1990 Meisterschülerabschluß mit Auszeichnung
1999/2003 Arbeitsaufenthalte an der Cité des Arts, Paris
Lebt, arbeitet in Berlin und wird durch nationale und internationale Galerien vertreten